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Fluch und Segen in Vellahn!
Die dritte Auflage des EnduRODEO in Vellahn war am letzten Wochenende ergänzend zur Fußball-WM und Formel 1 ein Sportereignis, welches sicher in die Norddeutschen Enduroanalen eingehen wird. Dreißig Grad, Waldauf- und Abfahrten, Tiefsandpassagen bei denen das Rad bis zur Nabe im Sand verschwindet und eine mit Steinen und Baumstämmen gespickte Extrembahn ließen dem Einen das Blut in den Adern gefrieren und dem Anderen ein „WAU“ entlocken. Der Fluch der über dem Veranstalter lag war, dass Deutschland an diesem Tag im Achtelfinale gegen England spielte. Zusätzlich waren viele Fahrer bereits im Sommerurlaub, so dass die erwarteten Starterzahlen nicht erreicht werden konnten. Segen hingegen brachten diese reduzierten Starterfelder dem Fahrfluss auf der schönen Naturstrecke, weil sich so auf der langen Runde schnell ein Auseinanderziehen des Fahrerfeldes einstellte. Dies war umso segensreicher, da sich trotz täglichen Wässerns der Heidesand bei praller Sonne und 30 C° als sehr staubig erwies. Am Samstag war das von der Kiedrowski Racing-School angebotene Training restlos ausgebucht. Bei den Lehrgängen war an diesem Wochenende, statt des noch nicht wieder genesenen Philipp Meine, der norddeutsche Kultendurist Arne Domeyer als Trainer dabei. Der ausgewiesene Sandspezialist unterlegte sein Training mit markigen Sprüchen, wie “Lieber den Tod riskieren als im Sand an Schwung verlieren“ so wurde der Fortgeschrittenenlehrgang sowohl mit viel Einsatz, als auch mit viel Spaß durchgeführt. Der Chef himself Sven Kiedrowski nahm sich unterdessen von einer Sommergrippe geplagt den top motivierten Einsteigern an und Mathias Linke trainierte mit gewohnter Professionalität eine weitere Fortgeschrittenengruppe. Diese waren zwar von den Temperaturen gebeutelt, doch am Ende war allen die Freude am Erlernen neuer Fahrtechniken anzumerken. Die Strecke für den Sonntag wurde diesmal so gebaut, dass jedes natürliche wie auch künstliche Hindernis umfahren werden konnte, so hatte jeder Fahrer die Möglichkeit, sich seine Strecke auszuwählen. Viele Fahrer steigerten sich so im Laufe des Rennens und wählten immer mehr die schwierigen Teilstücke und sprengten so, dem Veranstaltungsmotto entsprechend, ihre eigenen Grenzen.
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Bei den Funridern dominierte Tobias Schütz vom Team Rockstar Kiedrowski Racing klar das Geschehen. Zweiter wurde der Gas Gas Fahrer Heiko Auer, der das Rennen zu Beginn noch mit reichlich Vorsprung anführen konnte, vor Darren Eddison auf seiner Honda. Allerdings gab es einen Fahrer, der bei den Funridern als Einziger eine schnellere Rundenzeit als der Sieger hinlegen konnte: Steffen Wilken fuhr die Bestzeit in dieser Klasse und darf sich mit einer Rundenzeit von unter 10 Minuten in Zukunft, wie die drei Erstplatzierten natürlich auch, über einen berechtigten Startplatz in der Racerklasse freuen.
Bei den Junioren siegte mit Fabio Pünjer ein weiterer Team Rockstar Kiedrowski Racing Fahrer. Platz 2 belegte Marco Gabelmann auf seinem Beta Trialmotorrad. Er fuhr in jeder Runde blitzsauber über den Extremparcours und erntete dafür tosenden Applaus vom Publikum. Den dritten Platz belegte Alexander Klein.
Die Quadklasse dominierte klar der langhaarige Sunnyboy Florian Ruschenburg, der sein Quad mehr quer als geradeaus über die Bahn fliegen ließ!
Der Suzuki-Fahrer Lukas Böhme wurde vom NDR Fernsehen den gesamten Renntag über auf Schritt und Tritt begleitet. Das schien ihn so zu beflügeln, dass er klar das Geschehen in der Racerklasse dominierte und mit 2 Runden Vorsprung den Sieg vor Max Handke und Julian Krause einfahren konnte.
Schnellster Senior war zweifelsohne Matthias Hamann, doch die eigentliche Überraschung folgte auf Rang 2: „Bernie Bernd“ „Warlisator“ Bernd Warlis fuhr auf seiner Husaberg Boeing 737 zum besten Ergebnis seiner Rennkarriere und auf Platz 3 folgte der sichtlich zufriedene Andreas Niedermeyer.
Schnellster Fahrer aller Klassen und ebenfalls ein weiterer Team Rockstar Kiedrowski Racing Fahrer war der MX- und SX- erfahrene Mathias Linke, der mit 7.58 Min als Einziger eine Rundenzeit von unter 8 Minuten hinlegen konnte. Er bewegte seine Suzuki RM-Z 450 so sicher und kontinuierlich über die Strecke, dass sich so manchem Zuschauer die Frage stellte, ob da im Rahmen der EnduRODEO-Veranstaltungen ein neuer Stern am Endurohimmel heranreift… Benny Menzel machte von Beginn an richtig Druck und war mit seinen spektakulären Aktionen auf der Extrembahn auch der absolute Hingucker, doch nach seinen schweren Arbeitsunfall Ende 2009 fehlt einfach noch die nötige Kraft, um 2 Stunden mit dem Speed durchzuziehen, und so musste er seine Führung während des Rennverlaufs abgeben. Doch Benny macht riesige Fortschritte und für die Zukunft ist auf jeden Fall auch ganz oben mit ihm zu rechnen. Platz 3 ging an Stefan Wollschläger.
In Anbetracht der Temperaturen und der anspruchsvollen Strecke, wobei hier die Tiefsandpassagen besonders zu nennen sind, war im Grunde jeder der die 2 Stunden Fahrzeit geschafft hat ein Gewinner.
Mit sportlichem Gruß
Eure EnduRODEOcrew
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